Alle anerkannten Entwicklungsdienste bieten ihren Fachkräften und deren Familienangehörigen vor der Ausreise eine individuell zugeschnittene Vorbereitung bzw. Qualifizierung. Sie orientiert sich an den Vorkenntnissen und insbesondere an den zukünftigen Aufgaben.
Schwerpunkte der Vorbereitung auf das Leben und Arbeiten in einem Entwicklungsland sind:
Die Sprache
Gute Sprachkenntnisse tragen entscheidend zum Gelingen eines Projektes bei und sind der Schlüssel für das persönliche Wohlergehen in einem Entwicklungsland. Je nach Einsatzland und projektspezifischen Anforderungen gibt es Angebote zur Vertiefung der vorhandenen Kenntnisse einer europäischen Verkehrssprache oder auch zum Erlernen einer neuen Landessprache.
Regional- und Landeskenntnisse
Hier geht es nicht nur um die Vermittlung von geographischen, ökologischen oder historischen Hintergründen, sondern ebenso um die Vermittlung der gesellschaftlichen, demographischen, wirtschaftlichen, politischen und entwicklungspolitischen Rahmenbedingungen.
Interkulturelle und kommunikative Kompetenzen
Den meisten Entwicklungshelferinnen und -helfern sind das Land in dem sie zukünftig leben und arbeiten werden und auch seine Menschen fremd. Sie wissen wenig von z.B. sozialen und ethnischen Besonderheiten, von Interessen/Konflikten, Rollenverhalten, Geschlechterbeziehungen, Weltbildern, der Religion oder den Normen und Werten. Zur Förderung einer effektiveren Zusammenarbeit, zur Vorbereitung auf den Alltag und zur kritischen Reflexion der eigenen Prägungen und der Rolle als ausländische Fachkraft ist dieser Themenbereich ein besonderer Schwerpunkt der Vorbereitung
Methoden und Techniken
Entwicklungszusammenarbeit ist häufig mit Beratungstätigkeiten und der Begleitung von Prozessen verbunden. Zur Bewältigung dieser Aufgaben ist nicht nur die Fachkompetenz gefragt, sondern auch der sichere Umgang und Einsatz von passenden Instrumenten und Methoden. Zur Vorbereitung der Entwicklungshelfer/innen gehört deshalb z.B. das Erlernen von Präsentations- und Moderationstechniken oder im Beratungskontext die Vermittlung methodisch-didaktischen Wissens.
Verbesserung des Fachwissens
Im Bedarfsfall werden Weiterbildungskurse oder Praktika im jeweiligen Fachbereich angeboten. Medizinisches Fachpersonal hat z.B. die Möglichkeit, an einem Vorbereitungsseminar für die Arbeit in den Tropen teilzunehmen.
Krisenprävention und Friedensentwicklung
Internationale Zusammenarbeit enthält häufig Konfliktpotential, wie z.B. extreme persönliche Belastungen, Umgang mit Umweltzerstörung, Korruption oder Verletzung von Menschenrechten. In der Vorbereitung lernen die Teilnehmer/innen, ihre Wahrnehmung für Situationen mit Konfliktpotential zu schärfen, mit Konflikten konstruktiv umzugehen und setzen sich mit Strategien zur Durchführung von konfliktbezogener Projektarbeit auseinander.
Vorbereitung im Einsatzland
Zum Kennenlernen der Lebens- und Arbeitsbedingungen, der Partnerorganisationen vor Ort und zur Vertiefung der Sprachkenntnisse wird von den Entwicklungsdiensten bei Bedarf eine zusätzliche Vorbereitung im Einsatzland angeboten.
Die Vorbereitung in Deutschland kann bis zu drei Monate dauern und findet sowohl in den eigenen Einrichtungen der Entwicklungsdienste als auch in spezialisierten Bildungseinrichtungen statt.