Allgemein
Der Wunsch, sich persönlich für eine gerechtere Welt zu engagieren ist sehr lobenswert, reicht aber für eine Vermittlung als Fachkraft in der Entwicklungszusammenarbeit nicht aus. Auch Frust im persönlichen bzw. beruflichen Umfeld oder Lust auf Abwechslung und Abenteuer sind keine Basis für einen Einsatz als Entwicklungshelfer/in. Wer zu idealistisch oder beladen mit Problemen in ein Entwicklungsland ausreist, wird scheitern, weil es ihm/ihr nicht möglich sein wird, offen und sensibel auf neue Herausforderungen einzugehen.
Letztendlich spielen aber nicht nur fachliche und persönliche Fähigkeiten bei der Vermittlung eine Rolle, sondern auch das soziale Engagement und der Wille, sich für die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Bei einigen Entwicklungsdiensten wird außerdem die Zugehörigkeit zu einer Kirche vorausgesetzt.
Entwicklungshelfer/innen sind keine Einzelkämpfer. Sie arbeiten vielmehr eingebunden in die Strukturen der Partnerorganisationen vor Ort. Diese Partnerorganisationen geben deshalb auch vor, welche Qualifikationen die Fachkraft mitbringen muss.
Fachkompetenz
Nur Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung und mehreren Jahren Berufserfahrung haben die Chance, für eine befristete Zeit in Projekten und Programmen der anerkannten Entwicklungsdienste mitzuarbeiten.
Die Anforderungsprofile für die einzelnen Stellen sind sehr individuell. Häufig müssen zusätzliche Qualifikationen wie z.B. Koordinations-, Organisations- oder Managementerfahrung nachgewiesen werden. In jedem Fall sollten Entwicklungshelferinnen und -helfer fähig sein, Wissen zu vermitteln.
Zusatzqualifikationen
Neben der fachlichen Kompetenz sind gute mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse in mindestens einer europäischen Verkehrssprache unabdingbar. Interessierte sollten bereit sein, in Abhängigkeit vom Einsatzland oder vom Projektstandort eine zusätzliche Sprache zu lernen.
Interkulturelle Kompetenzen
Jede Fachkraft, die in einem Entwicklungsland leben und arbeiten will, muss offen sein für andere Kulturen. Anpassungsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Flexibilität und die Fähigkeit, über kulturelle Grenzen hinaus zu kommunizieren, sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen eines Vorhabens und für das persönliche Wohlbefinden.
Tropentauglichkeit
Leben in einem Entwicklungsland ist häufig auch mit hohen körperlichen Belastungen verbunden. Nicht nur die oft extremen klimatischen Bedingungen, sondern auch ungewohnte hygienische Verhältnisse oder Lebensbedingungen erfordern eine gute physische und psychische Gesundheit.