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Werde ich nach meiner Rückkehr in Deutschland von den Entwicklungsdiensten unterstützt?


Die Dienstverträge von Fachkräften der Entwicklungsdienste sind zeitlich befristet. Es ist deshalb sinnvoll, schon vor der endgültigen Entscheidung für oder gegen ein soziales Engagement im Ausland auch an die Rückkehr und die Reintegration in die eigene Gesellschaft zu denken. Zwar verläuft die Rückkehr erfahrungsgemäß meistens ohne Probleme, für manche ist sie aber schwieriger als die Integration in die Kultur des Einsatzlandes.
Die Erfahrung zeigt, dass es sich nicht um eine wirkliche Rückkehr handelt: Die rückkehrende Person ist nicht mehr dieselbe wie bei der Ausreise, die Auslandserfahrung hat sie geprägt, beeinflusst und verändert. Auch die alte Umgebung hat sich verändert und entwickelt. Familie, Freundinnen und Freunde haben ihr eigenes Leben weiter geführt, sind älter geworden oder vielleicht umgezogen. Somit beginnt möglicherweise eine schwierige Phase, in der die zurückgekehrte Person wieder einen neuen Platz finden und sich neu orientieren muss.

Vor der Entscheidung für einen Einsatz im Ausland sollten auch die Risiken der Kündigung eines festen Arbeitsplatzes in Deutschland, z.B unter Berücksichtigung des Alters und der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, bedacht werden. Wichtig sind ebenfalls Überlegungen zur Situation der begleitenden Partner/innen und Kinder sowie zu den Auswirkungen einer Wohnungskündigung bzw. -auflösung.

 

Die Entwicklungsdienste unterstützen ihre Fachkräfte nach der Rückkehr in folgenden Bereichen:


Persönliche Reintegration
Alle Entwicklungsdienste bieten den Rückkehrer/innen und ihren Familien in Deutschland Reintegrationsseminare an. In diesen Veranstaltungen wird z.B. eingegangen auf die Verarbeitung der Auslandserfahrungen oder das Entwickeln persönlicher Zukunftsperspektiven.


Berufliche Reintegration
Für die berufliche Wiedereingliederung von ehemaligen Entwicklungshelferinnen und –helfern wurde 1969 das Förderungswerk für rückkehrende Fachkräfte (FÖW) gegründet. Juristisch angesiedelt ist es bei der Arbeitsgemeinschaft der Dienste (AGdD) in Bonn. Das FÖW bietet ausschließlich für Rückkehrer/innen der anerkannten Entwicklungsdienste individuelle Beratung zur Berufsplanung, Stellensuche und Weiterbildung an. Es führt Seminare zur beruflichen Orientierung durch und fördert individuelle Weiterbildungsmaßnahmen.


Entwicklungspolitische Bildungsarbeit
Die meisten Fachkräfte erleben die Zeit in einem Entwicklungsland insgesamt als persönliche und berufliche Bereicherung. Viele sind daran interessiert, diese Erfahrungen nach ihrer Rückkehr in die entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Deutschland einzubringen. Die Entwicklungsdienste fördern sie dabei durch inhaltliche und methodische Fortbildungen und unterstützen sie logistisch bei der Planung und Durchführung von Aktivitäten.



Weitere Informationen:

Untersuchung zur beruflichen und sozialen Reintegration ehemaliger Entwicklungshelfer und Entwicklungshelferinnen
Arbeitsgemeinschaft der Dienste (AGdD), September 2006, PDF download (725 KB)